DDR-Umrundung - IFA W50 Expeditionen

DDR-Umrundung

DDR-Umrundung: 2.500 km entlang der innerdeutschen Grenze

Die Idee war, die DDR einmal komplett mit dem IFA Oldie zu umrunden. Die geplante Strecke betrug rund **2.500 km** entlang der innerdeutschen Grenzen der DDR. Es sollte keine Grenzerkundungsfahrt werden, dafür hätte die anvisierte Zeit von 14 Tagen bei weitem nicht ausgereicht.


Tag 1: Start in Teistungen (283 km)

Der Start war am **15.06.2020 um 10:00 Uhr** in Teistungen am Grenzübergang Worbis/Duderstadt, bei regnerischem Wetter. Eigentlich wollte Pietsch die Tour alleine fahren, um so erstaunter war er, als er in Teistungen ankam und sich bereits einige IFA Fahrzeuge eingefunden hatten, um ihn ein Stück auf der Reise zu begleiten.

  • [Start in Teistungen (zwei Bilder)]

Grenzkontrolle und südlichster Punkt

Teistungen war der westlichste Punkt der Reise. Weiter ging es in Richtung Süd-Westen entlang der Grenze Thüringen / Niedersachsen und Hessen. Kurz vor Lauchröden fing ein stilechter Regulier den Konvoi ab und begleitete die Fahrzeuge.

Dort angekommen, versperrte eine symbolische Grenzkontrolle, organisiert von den Männern des Dorfes, den Weg. Nach der Grenzkontrolle mit Vergabe von gültigen Transitdokumenten gab es eine Einladung in die Dorfgaststätte zu **Bockwurst und Erbsensuppe**.

  • [Regulierer der NVA Grenzkontrolle (vier Bilder)]

Die Tour konnte nach einer kurzen Stärkung bis nach Sonneberg im Thüringer Wald fortgesetzt werden. Sonneberg war das geplante Etappenziel für diesen Tag. Der **südlichste Punkt** der DDR - Umrundung wurde bei Sonneberg erreicht. In Sonneberg warteten bereits weitere IFA-Trucker auf die Ankunft des Konvois.

  • [Sonneberg]

Tag 2: Gipfelsturm Fichtelberg (247 km)

Nach der ersten Nacht im IFA in Sonneberg stand heute die Fahrt zum **Fichtelberg** bei Oberwiesental mit **1.215 Metern**, dem höchsten Berg der DDR, auf dem Plan. Die Strecke führte über viele Steigungen, enge Straßen zuerst bis nach Mödlareuth zum Grenzmuseum. Gegen Mittag kam der Konvoi im Grenzmuseum an, wo weitere IFA Fahrzeuge warteten.

  • [Moldareuth (drei Bilder)]

Der höchste Punkt der Tour

Im Anschluss begab man sich auf den Weg zum Fichtelberg. Die letzten Kilometer hatten es in sich. Die IFA´s schnauften den Anstieg hoch bis zum Gipfel, teilweise ging es nur noch im Schritttempo weiter, die Motortemperatur stieg merklich an. Die herrliche Aussicht bei gutem Wetter war ein unvergesslicher Anblick. Am Gipfel standen **12 IFA LKW** (3 x L60, 6 x W50 und 3 x S4000).

  • [Auf dem Fichtelberg (sieben Bilder)]

Panoramaansichten (Externe Links)


Tag 3: Abfahrt und östlichster Punkt (259 km)

Die heutige Etappe führte vom Fichtelberg über Dresden nach **Sohland an der Spree**. Die Abfahrt vom Fichtelberg forderte Mensch und Technik: Bei dem Gefälle durfte man nicht zu schnell fahren, um ein Überdrehen des Motors und Überhitzen der Bremsen zu vermeiden. Nach einer halben Stunde war es aber geschafft, die IFA-Trucks erreichten unbeschadet und ohne Ausfälle die Talsohle.

Unterwegs gab es viele begeisterte Zuschauer. In den frühen Abendstunden war dann das Etappenziel Sohland an der Spree erreicht, wo die IFA Freunde beim ansässigen Oldtimerclub auf deren Vereinsgelände die Nacht verbrachten. Der **östlichste Punkt** der Reise wurde hiermit erreicht.

  • [Sohland an der Spree (zwei Bilder)]

Tag 4: Raketentransport und Dieselpest (241 km)

Nach einer kurzen Nacht sollte heute das Etappenziel **Eisenhüttenstadt** erreicht werden. Zwei IFA-Fahrzeuge (W50 und L60 mit Tieflader) machten einen Abstecher nach Dresden, um dort aus dem Militärmuseum eine Rakete für unsere Freunde in Peenemünde vom Museumsschiff "Hans Beimler" abzuholen.

In Sohland an der Spree stieß noch ein weiterer IFA LKW L60 mit Tieflader zur Gruppe. Nach vielen Stunden Fahrt wurde am Abend das Etappenziel Eisenhüttenstadt erreicht. Dort empfing man uns freudig, auch hier waren weitere IFA-Fahrzeuge vor Ort.

  • [Unterwegs nach Eisenhüttenstadt]

Werkstattaufenthalt in Eisenhüttenstadt

Besonders toll war, dass wir bei dem örtlichen Busbetrieb die Werkstatt nutzen konnten, um kleinere Defekte abzustellen. Mein Fahrzeug plagte die **Dieselpest**, was bedeutete, alle 100 km den Filter auszubauen und von dem Bakterium zu reinigen. Hierbei unterstützte mich Totti mit seinem Werkstattwagen. Wir durften im Busbetrieb unser Nachtlager beziehen. Nochmal vielen Dank **BOS Eisenhüttenstadt**!

  • [Eisenhüttenstadt (drei Bilder)]

Tag 5: Panne vor Peenemünde (351 km)

Am Vormittag brach der Konvoi Richtung Peenemünde auf. Bei der Ausfahrt aus dem Busbetrieb erwarteten uns bereits viele Zuschauer. Es ging weiter Richtung Norden zur Ostsee. Unterwegs wurde ein Zwischenstopp in Seelow eingelegt, hier hatte unser Freund Jörg einen Besuch im dortigen Museum organisiert, mit Besichtigung eines T-34 Panzers.

  • [Seelow]

Die letzten Kilometer nach Peenemünde wurden dann bei regnerischem Wetter absolviert. Mich ereilte hinter Wolgast eine technische Panne: Die **Bremse an meinem W50 fiel aus**. Da es nur noch 10 km bis Peenemünde waren, beschloss ich weiterzufahren, da ich dort bessere Möglichkeiten für eine Reparatur hatte. So ging es mit max. 10 km/h im Konvoi-Geleitschutz bis Peenemünde. Die Fahrt dauerte 1 Stunde.

Am frühen Abend erreichten wir dann Peenemünde. Eine Analyse ergab eine **gebrochene Bremsleitung**, verursacht durch die starken Vibrationen des W50. Alle IFA Fahrzeuge bezogen ihre Standplätze, genau an der Hafenmauer von Peenemünde.

  • [Peenemünde (zwei Bilder)]

Tag 6: Reparatur und Rostbratwurst (0 km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde es Zeit, die mitgebrachte Rakete aus Dresden in Peenemünde zu entladen. Alle frei verfügbaren Kräfte halfen mit. Danach kümmerte ich mich um meinen Defekt am Fahrzeug und wechselte die defekte Bremsleitung. Hierbei erfuhr ich große Unterstützung von den IFA-Tours Kameraden:

  • Totti war unbezahlbar mit seinem Werkstattwagen.
  • Lemmi brachte ein Bördelgerät und Meterware Bremsleitung vorbei.

Nach einigen Stunden waren alle Reparaturen abgeschlossen und mein W50 wieder fahrbereit. Am Abend feierten wir ein wenig mit **original Thüringer Rostbratwürsten**, mitgebracht vom Thomas aus Apolda, und allerlei anderen mitgebrachten Köstlichkeiten.

  • [Raketentransport]
  • [Peenemünde (sieben Bilder)]

Zu später Stunde kam dann ein russischer General und nahm das IFA-Tours Camp in Augenschein. Die IFA-Tours Kampftruppe erwies ihm die nötige militärische Ehre. Es wurde noch bis in die Morgenstunden gefeiert, und DJ Totti sorgte für das Rahmenprogramm.

  • [Hoher Besuch aus Russland (drei Bilder)]

Tag 7: Kap Arkona, der nördlichste Punkt (239 km)

Vormittags erwachte das IFA-Tours Camp. Ein Großteil der IFA-Besatzung trat den Heimweg an. Für mich ging es weiter Richtung Norden. Das Tagesziel hieß **Kap Arkona auf Insel Rügen**. Bei einem Zwischenstopp zum Tanken in Wolgast kam ein IFA-Fan zu uns und fragte, ob wir seine private Flugzeug- und Fahrzeugsammlung begutachten wollten. Wir folgten der Einladung.

  • [private Flugzeug und Fahrzeugsammlung in Wolgast (sieben Bilder)]

Wir verbrachten zwei Stunden dort. Ich bekam von dem guten Mann auch Bremsflüssigkeit, da sich bei meinem Hauptbremszylinder eine Undichtigkeit zeigte (später stellte sich heraus, dass die Manschetten durch falsche Bremsflüssigkeit aufgequollen waren).

Nun ging es über Stralsund und den Rügen Damm weiter Richtung Norden zu unserem Etappenziel Kap Arkona. Am frühen Abend erreichten wir dann Kap Arkona und damit den **nördlichsten Punkt der Reise**. Es wurde bereits dunkel, aber ein obligatorisches Anbaden in der Ostsee war selbstverständlich. Wir fanden an einer Tankstelle einen Übernachtungsplatz.

  • [Anbaden Kap Arkona]

Tag 8: Boltenhagen und Rumpsteak (257 km)

Der vor uns liegende Streckenabschnitt führte von der Insel Rügen, nach Stralsund über Ribnitz Damgarten, Rostock nach **Boltenhagen**. Die Fahrt dorthin verlief ruhig, bis auf meine fast schon routinemäßigen Stopps, um den Dieselfilter zu reinigen und Bremsflüssigkeit nachzufüllen.

Unterwegs gab es den **Warnowtunnel**, für den man von jedem IFA 11 Euro und ein paar Zerquetschte verlangte. Am Nachmittag erreichten wir dann Boltenhagen mit seiner reizvollen Strandpromenade. Man kam sich mit dem IFA W50 wie auf einem Catwalk vor, alles guckte und winkte.

Unser Gourmet Koch Reinhard aus Gütersloh, zauberte noch ein richtiges Trucker Menu: **Rumpsteak mit gefüllten Nudeltaschen**!

  • [Boltenhagen Nachtlager]

Tag 9: Diesel-Malheur und Harz-Vorbereitung (319 km)

Heute ging es Richtung Süden, das Ziel war ungefähr Höhe Helmstedt. Die Fahrt führte über viele Kilometer Grenzstraßen, sehr eng und mit vielen Schlaglöchern, teilweise für LKW gesperrt.

Das Diesel-Bad

Mein Tankinhalt näherte sich langsam dem Ende. Als eine Tankstelle gefunden war, passierte mir ein Malheur: Beim Betanken flog die Zapfpistole aus dem Tank, und ich war von oben bis unten voller Diesel. Ich reagierte schnell, um eine größere Sauerei zu verhindern. Ich zog mich komplett aus, trocknete mich mit Papierhandtüchern ab und reinigte die ausgelaufene Menge mit Bindemittel.

Auf einem Rasthof in Uhrsleben fanden wir nichts zu essen. In dem Dorf **Erxleben** wurden wir fündig. Ein Wirt winkte uns von seinem Lokal aus. Dort wurden wir von den Wirtsleuten und Gästen freudig begrüßt. Der Wirt zauberte noch ein sehr köstliches Essen für uns: **Schnitzel mit Ei, Pommes und Salat**.

Im Lokal waren viele Gäste anwesend, und einer hatte zu DDR Zeiten mit der Ersatzteilbeschaffung für die IFA LKW zu tun. Der Abend verging wie im Fluge. Bei den LKW's wurde noch ein Umrundungsbier getrunken. Mein W50 wog laut Waage: **9.489 kg**.


Tag 10: Grenzmuseum Marienborn und Ziel (221 km)

Als wir am frühen Morgen aufstanden, kamen immer wieder ein paar "Neugierige" vorbei, um zu schauen, was das für Fahrzeuge und Besatzungen sind.

Es war bereits Vormittag, als wir aufbrachen zum Gedenkort **Marienborn**. Dort angekommen, wartete bereits ein weiterer IFA Fahrer mit seinem W50 auf uns (Christian). Zusammen besichtigten wir die Grenzabfertigungsanlage. Nach ca. 2 Stunden war die Besichtigung beendet und es kam die Zeit, dass sich unsere Wege trennten.

  • [Grenzmuseum Marienborn (zwei Bilder)]

Rückkehr nach Teistungen

Für mich stand noch ein schwieriger Weg Richtung Süden durch den **Harz** bevor mit dem angeschlagenen W50. Ich nahm mir die Zeit und tuckerte langsam über die steilen, schmalen und kurvigen Straßen. Alle paar Kilometer machte ich einen Fahrzeug Check. Nach 8 Stunden hatte ich es dann geschafft und stand am Start- / Zielpunkt in Teistungen.

Fazit

Mein Fazit lautet: Hast Du Hammer hast Du Draht, fährst Du bis nach Leningrad und mit ein klein wenig Glück auch wieder zurück. Den **W50 in seinem Lauf, halten weder defekter Hauptbremszylinder, noch Dieselpest auf.**


Song zur DDR-Umrundung

DDR-Umrundung (Song zum Event) (Kanal: IFA-Tours)

[DDR-Umrundung (Song zum Event)](http://www.youtube.com/watch?v=KrJ8nb0OzmE)


Willis DDR-Umrundung - Buchreihe (willis-abenteuer.de)


Film & Dokureihe zur DDR-Umrundung

Animationsfilm / Buch-Trailer

Willis DDR-Umrundung – Trailer zum Buch (Kanal: IFA-Tours)

[Willis DDR-Umrundung – Trailer zum Buch](http://www.youtube.com/watch?v=fm08fA1epsI)

Dokureihe: IFA-TOURS DDR - Umrundung (10 Teile)

Teil 1: Von Teistungen nach Sonneberg (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 1](https://youtu.be/Gk10OsqcH_Q)

Teil 2: Von Sonneberg zum Fichtelberg (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 2](https://youtu.be/3-4UYnQm3AU)

Teil 3: Vom Fichtelberg nach Sohland an der Spree (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 3](https://youtu.be/FOa8ACLiQKw)

Teil 4: Von Sohland an der Spree nach Eisenhüttenstadt (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 4](https://youtu.be/4fNUV-CbFcs)

Teil 5: Von Eisenhüttenstadt nach Peenemünde (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 5](https://youtu.be/Z8Kv4AyeFDQ)

Teil 6: Peenemünde (Raketentransport und Reparatur) (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 6](https://youtu.be/sBoI5fJl6Eg)

Teil 7: Von Peenemünde nach Kap Arkona (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 7](https://youtu.be/0zKCzMSsXY4)

Teil 8: Von Kap Arkona nach Boltenhagen (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 8](https://youtu.be/b-Xq72F4YFc)

Teil 9: Von Boltenhagen nach Erxleben (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 9](https://youtu.be/Tn_XompCh3o)

Teil 10: Von Erxleben nach Teistungen (Zieleinlauf) (Kanal: IFA-Tours)

[IFA-TOURS DDR - Umrundung - Teil 10](https://youtu.be/m4cNZ4_zPRI)